Werner Schröder · Inge Sievers-Schröder

Der Stifter Werner Schröder, geboren am 19. Dezember 1907 in Bochum, lebte seit seinem 5. Lebensjahr in Berlin. Dem Studium der Zoologie, Botanik und Paläontologie an der Friedrich-Wilhelm-Universität folgte nach dem Krieg 1945 seine Berufung zum stellvertretenden Leiter und Geschäftsführer des fast völlig zerstörten Berliner Zoos, wenig später zu dessen Verwaltungsdirektor . Ab 1952 war er Direktor des Berliner Aquariums. Er leitete und organisierte dabei den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. Bereits 1968 konnte Werner Schröder in Berlin wieder die weltweit artenreichste Sammlung aller Aquarien präsentieren.

Am 18. November 1974 verlieh ihm Bundespräsident Gustav Heinemann das Bundesverdienstkreuz am Bande.

1977 ging Werner Schröder in den Ruhestand. Am 2. August 1979 heiratete er Inge Sievers. Er verstarb am 2. Juli 1985 und wurde auf den Friedhof Friedenau Stubenrauchstraße 43-45 in Berlin beigesetzt.

Die Grabstätte des verdienstvollen Direktors des Berliner Aquariums Werner Schröder, war vom Berliner Senat von 1990 – 2014 als Ehrengrabstätte des Landes Berlin anerkennt worden. Am Berliner Aquarium erinnert eine „Berliner Gedenktafel“ an Werner Schröder und seine Leistung.

Die Stifterin Inge Sievers-Schröder wurde am 14. Juni 1941 in Hamburg geboren, war eine deutsche Schauspielerin und Buchautorin.

Als Schauspielerin hatte Sie vornehmlich Engagements in Hamburg, Bremen und Berlin.

Einen ihrer ersten Auftritte vor der Kamera hatte Inge Sievers 1967 in der Edgar Wallace- Verfilmung Der Mönch mit der Peitsche. Es folgten vor allem Serienrollen, so z. B. in Gertrud Stranitzki und Algebra um acht.

In den späteren Jahren war sie nur noch selten im Fernsehen zu sehen. Zuletzt 1999 in der Literaturverfilmung Sturmzeit, einem fünfteiligen ZDF-Fernsehfilm, präsent.

Sie gab nach dem Tod ihres Mannes (1987) seine Biografie:
Zum Abschied ein Krokodil. – Mein Leben für das Berliner Aquarium. Erinnerungen“ heraus.

2005 schrieb Inge Sievers-Schröder das Kinderbuch „Ein Frosch in der Badewanne“., in dem Sie vor dem Hintergrund der Kaiserzeit und des Ersten Weltkrieges, die Ereignisse  aus dem bewegten leben eines Berliner Jungens erzählt.
2012 erschien das belletristische Werk „Elbtunnel unter Wasser – Erinnerungen an eine Kindheit“, in welchem sie über ihre Erlebnisse während und nach dem 2. Weltkrieg berichtet.

Im Juli 2013 gründet Inge Sievers-Schröder die Werner Schröder-Stiftung mit dem Ziel naturwissenschaftliche Schulprojekte zu fördern und Opfern von Straftaten zu helfen.

Viele Jahre war Inge Sievers-Schröder ehrenamtlich als Lesepatin an Schulen in Berlin-Mitte tätig. In Focus Schule Nr. 5 aus 2007 war unter der Überschrift: Mit Abdullah den „Urfaus“ üben -Lesen lernen -Wie ehrenamtliche Helfer Kinder in die Welt der Bücher einführen- folgendes zu lesen:

Als ehrenamtliche „Lesepatin“ begleitet Sievers-Schröder die vier türkisch- oder kurdischstämmigen Schüler der Berliner Erika-Mann-Grundschule durch die Schulzeit – mittlerweile seit fünf Jahren. Jede Woche rauscht die drahtige Seniorin in ihrem weißen Käfer-Cabrio aus dem Grunewald an. Urlaub macht sie nur, wenn die Kinder auch Ferien haben. „In der ersten Klasse konnten sie weder Deutsch noch richtig Türkisch“, erinnert sich die Schauspielerin und Autorin, die unter anderem in den 60er-Jahren in der Edgar-Wallace-Verfilmung „Der Mönch mit der Peitsche“ vor der Kamera stand. „Der Anfang war sehr schwer. Wenn ich etwas vorlesen wollte, verstanden die Kinder selbst einfache Sätze nicht. Manchmal saß einer eingeschüchtert unter dem Tisch, Hakan weinte, oder Abdullah störte. Ich dachte wirklich: Das schaffst du nie.“

Sie hat es geschafft – mit Ausdauer, strenger Herzlichkeit und großer Begeisterung für die Autoren und ihre Bücher. Jeden Dienstag nach dem gleichen Ritual: Der Reihe nach liest jedes Kind eine Seite, danach erzählt ein anderes das Gehörte nach. Das klappt prima, nur ab und zu greift die Lesepatin ein, wenn ein unbekanntes Wort partout nicht über die Lippen will. Die Schauspielerin selbst trägt inzwischen – anders als die meisten Paten – nicht mehr vor: „Ich kann ja lesen, ich muss mich den Kindern nicht beweisen.“

Inge Sievers-Schröder starb am 3. Juni 2018 und fand ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof Friedenau, Stubenrauchstraße 43-45 in Berlin, an der Seite Ihres Mannes.

 

So sah das Aquarium nach dem Zweiten Welkrieg aus

Der zerstörte Saurier vor dem Eingang

Wieder restauriert, begrüßt er die Besucher

Mai 1949: Oberbürgermeister Ernst Reuter besucht den Zoo

Walt Disney zu Besuch

Gedenktafeln am Zoo für drei Direktoren

Büste Werner Schröders im Park des Aquariums

Die Grabstätte von Inge Sievers-Schröder und Werner Schröder